Die Ursprünge dessen, was uns heute als Orientalischer Tanz bekannt ist, sind in den Nebel der Geschichte gehüllt. Stammt er von antiken Ritualen matriarchalischer Kulturen ab . . . von den großen Zivilisationen Ägyptens? Wir nehmen es an . . . und da dieser Teil der Welt Treffpunkt der Kulturen war, entwickelte sich Orientalischer Tanz entlang der alten Karawanenwege, wo sich viele verschiedene Kulturen miteinander mischten und vereinten. Die verschiedenen Tanzformen innerhalb dieses grossen geographischen Gebietes, das vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien und weiter bis nach Indien reicht, können alle als Mitglieder einer großen Familie betrachtet werden.

          Reisende in Nordafrika im 18. Jahrhundert waren schockiert über die wellenförmigen und zitternden Bewegungen von Hüften und Oberkörper der Tänzerinnen und auferlegten dem Orientalischen Tanz den Begriff “Danse du Ventre”.  

          Der Westen kam mit dem Orientalischen Tanz offiziell in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im Rahmen der großen Weltausstellungen in Paris und Chicago, in Berührung. Dies geschah im Zusammenhang mit der damaligen, grossen Faszination dem Orient gegenüber, die insbesondere in der Welt des Designs und der Künste zu sehen war.

          Ein bekanntes Beispiel aus dem klassischen Tanz ist das Ballet “Russe de Monte Carlo”. Bahnbrechende Wegbereiter/-innen des Modernen Tanzes, wie Ruth St. Denis, Ted Shawn und Martha Graham waren ebenfalls inspiriert und beeinflusst von den ethnischen Tänzen des Nahen Ostens.