Der Beginn meiner Tanzkarriere war zugleich auch der Anfang einer langen, innigen Beziehung mit der orientalischen Musik. Jahrelang hörte ich keine andere Musik, ihre Melodien und Lieder füllten meine Tage und Nächte. Durch meinen Aufenthalt im Orient war ich in der glücklichen Lage, mit vielen wunderbaren Musiker/-innen und Sänger/-innen arbeiten zu können. Diese Erfahrung bestimmte meine Identität als Tänzerin. Ich bin immer wieder fasziniert von den unzähligen Nuancen und Feinheiten des Ausdrucks orientalischer Musik.

Wir spüren die Rhythmen der arabischen Tabla, unsere Füße, die fest verbunden mit der Erde Energie erzeugen, die in Wellen durch unsere Körper strömt, die Stimmung der Melodien, die sich wie Wasserfälle in flüssigen, fließenden Bewegungen ergießen. Das gefühlvolle Verlangen der Nai, das leichte Zittern des Kanoon, die tiefe, erdige Resonanz der Oud, das Zusammenziehen und Dehnen der Violinen und vor allem die bezaubernde Schönheit der menschlichen Stimme finden ihren Ausdruck in einer unendlichen Variation von Bewegungsmotiven. Orientalischer Tanz kann nicht getrennt werden von der Musik sondern ist stilistisch sogar bestimmt von ihr . Der Tanz ist eine dynamische Sichtbarmachung der Schönheit der Musik und der ihr innewohnenden Emotionen. Ich habe immer das Gefühl, dass es sich bei dem Tanz um ein Zwiegespräch zwischen Musik und Bewegung handelt, manchmal spielerisch, manchmal traurig, voller Sehnsucht, friedlich, fröhlich . . . .